Wildbad lebt auf !
Karl Bätzner, Schlossermeister, Jäger und
Naturfreund, ein guter Beobachter wusste die Zeichen
der Zeit zu lesen.
Diese Zeit war wirtschaftlich nicht rosig
doch gab es Zeichen dafür, dass sich Wildbad
zu einem weltweit bekannten Heilbad entwickeln würde.
In dieser Zeit lebte Karl Bätzner, 30jährig und
voller Mut und Tatendrang.
Nach seiner Militärzeit, zurück in Wildbad
schmiedete er mit seiner Frau Luise Pläne, wie es
in der Zukunft weiter gehen könne.
Als Jagdfreund hat er oft den Sommerberg bestiegen
und auch hier einen Ansitz aufgebaut.
Wie viele Sonnenaufgänge über dem Meistern hat er
wohl beobachtet, dass er später auf die
Idee kam hier ein Hotel zu bauen ?
1906 pachtete das junge Paar den Goldenen
Ochsen in Wildbad.
Als in Wildbad die Idee aufkommt eine Bergbahn zum
Sommerberg zu bauen ist Karl Bätzner
ein eifriger Förderer dieser Idee.
Nachdem die Bergbahn eine beschlossene Sache war, war es für Karl Bätzner klar,
auf dem
Sommerberg bau ich ein Winter - Sport - Hotel . das Haus sollte im Stil des
" Feldberger Hof "
erbaut werden.
Die Finanzierung gestaltete sich äusserst Schwierig, der Grund und Boden gehörte der
Stadt
| Die Bergbahn ! |
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1908 als die
Bergbahn eröffnet werden konnte, war auch der Baubeginn des Sommerberghotel.
Die Idee wird Wirklichkeit.
Eine Fahrstrasse zum Sommerberg gab es noch nicht.
Das gesamte Baumaterial musste über
den Blöcherweg mit Pferdefuhrwerken mit bis zu 12 Pferden am Wagen nach oben
gebracht
werden. Die Erd- und Fundament- arbeiten gestalteten sich sehr schwierig. Man
holte sich
Spezialisten aus Italien, die sich auf dem Sommerberg ein Zeltdorf errichteten, trotzdem
konnte das Hotel nach 10 Monaten eröffnet werden.
Der Neubau kostete die damals unvorstellbare Summe von 500.000 Goldmark.
Es war für damalige Zeiten ein grosszügiges, fünf Etagen hohes im
Schwarzwaldstil
erbautes Hotel entstanden.
In der schönsten Lage des Enztals, mit 90 Betten, einem feinen Restaurant, einem
Bierstüble
als Vesperlokal,einer grossen Cafe- Ausichts- Terrasse, Frühstücksterrasse und
Speisensaal
für die Hausgäste,einer Hotelhalle und einem Musiksalon..
Eine Sensation waren 4 Appartements mit jeweils
einem Salon , die sogenannten Fürstenzimmer".
Eröffnung 1
1909
am 10. Juli konnte das
von Architekt Preckel aus Pforzheim geplante und von den Familien
Karl Bätzner und Emil Wentz erbaute Sommerberghotel eingeweiht werden.
Karl Bätzner und seinem Schwager Emil Wentz, ( Compagnon und Hotelfachmann ) war mit
ihrem
Winter- Sport- Hotel erst einmal kein Erfolg gegönnt, dafür war die Sommer - Saison ein
voller Erfolg.
Karl Bätzner konnte seinen Verpflichtungen den Handwerkern und der Stadt gegenüber
gerecht
werden.
1910
Herrn Carl Bätzner sowie
dessen Gemahlin,Luise Karoline Bätzner, geb.Güthler,
wurde in Anerkennung ihrer Mitwirkung bei der Gründung des Bergbahnunternehmens
freie Fahrt auf der Bergbahn für Lebenszeit
verliehen.
Durch Beschluss der Gemeindekollegien von Wildbad, vom 30.Dezember 1909
war dies damals entschieden worden.
Die Übergabe erfolgte am 3.Januar 1910 durch den
Stadtschultheiß Baetzner.
Carl Bätzner war damals erst 35 Jahre alt.
Er hatte als bedeutende Wildbader Persönlichkeit
schon frühzeitig unternehmerische Akzente für den Tourismus und den Kurort gesetzt.

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Nach dem 1. Weltkrieg konnten die Herren Bätzner
& Wentz das Hotel Traube mit Haus Honold
in Wildbad erwerben, so konnten sich die Partnerfamilien trennen und Familie Wentz kehrte
ins
Tal zurück.
1922 wurde
der Hirschpark erstellt.
Karl und Luise Bätzner haben zwei Söhne: Karl,
1909 geboren und Eugen, 1913 geboren. Karl wurde
später Professor an der Universitätsklinik in Freiburg, Eugen soll das elterliche
Sommerberghotel übernehmen, er erlernt das Hotelgewerbe, Kochlehre in Darmstadt,
Schweizer
Hotelfachschule, Praktikum in der Schweiz, Aufenthalt in London.
Eugen heiratet seine Frau Johanna, geb. Fritsche
aus Leipzig und hat mit ihr zwei Kinder,
Marie Louise und Eugen.
2. Generation
1939 wird Eugen
Bätzner zum Kriegsdienst eingezogen, seine Frau Johanna leitet zusammen mit
ihren Schwiegereltern das Hotel bis 1944. Das Sommerberghotel wird als Lazarett gebraucht.
1945 requirieren
die Franzosen das Haus und richten ein * centre de repos et d`hiver * ein.
Alle Gebäude auf dem Sommerberg sind beschlagnahmt.
1947 kommt Eugen
Bätzner nach 8-jährigem Kriegsdienst und Gefangenschaft zurück auf den Berg.
Eröffnung 2
1949
konnte nach der Freigabe des Hauses durch die Französische Besatzung der Hotelbetrieb
wieder eröffnet werden. (alle Gebäude auf dem Sommerberg wurden freigegeben.)
FOTO
1950 wurde
Hotelier Karl Bätzner (75) für seine Verdienste um den Sommerberg und die
Bergbahn das "Ehrenbürgerrecht" der Stadt Wildbad verliehen.
1950 trotz
Skepsis beschliesst Eugen Bätzner das Hotel jetzt ganzjährig zu betreiben,
nur das Hotel Post war bis zu diesem Zeitpunkt in Wildbad im Winter geöffnet.
1952 wurde
die Grossgarage mit Tankstelle, Auto-Wartungsdienst und Parkplatz errichtet.
Passantenfahrzeuge sollten nun zumindest an Sonn- und Feiertagen auf dem Parkplatz
an
der Garage parken.
Die gemeinsame Vereinbarung der "Sommerbergler" klappte; der Berg wurde fast
Autofrei.
1953 wurde die Dependance
Jägerhaus gebaut
1956 Die Stadt Wildbad baute unterhalb der
SommerbergHotel-Garagen den
"Grossen Parkplatz" |

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1958 Die
durchschnittliche, ganzjährige Belegung des Hauses lag in dieser Zeit bei 80 %.
1960 im Februar
versterben innerhalb 14 Tagen die Gründer des Sommerberghotel
Karl und Luise Bätzner und hinterlassen ein wohlbestelltes Haus.
1961 am Samstag, 11. Februar, mitten im Faschingsball der
Ski-Zunft die Schreckensnachricht:
das Sommerberghotel brennt in dieser
Nacht bis auf die Grundmauern nieder.
Bei der Brandkatastrophe verlieren
zwei Mitarbeiter ihr Leben.
Eugen Bätzner, war zu diesem Zeitpunkt im Urlaub und musste, welche Ironie den Brand des
Hotel
Rigi-Kaltbad in der Schweiz, am 8. Februar miterleben.
Sein nachbarlicher Freund, Ludwig Halter
und sein Sohn Eugen fuhren in die Schweiz und überbrachten
ihm persönlich die traurige Nachricht des Totalverlust des Hotels.
Aus Erfolg und Sicherheit herausgerissen stand
Eugen Bätzner unvermittelt vor der grössten Aufgabe seines Lebens. Alle Rechnungen für
das im Winter aufwendig renovierte Hotel standen noch offen, dazu mussten rund
400.000.-DM aufgebracht werden für nicht versicherte Schäden an
"Eingebrachtem Gut" der Gäste.
Johanna und Eugen Bätzner packten das Problem
sofort an und beauftragten den bekannten Achrchitekten
Paul Schmohl aus Stuttgart mit dem Plan für den Wiederaufbau des Hotels.
Die Vorstellungen waren:
modern, grosszügig, alle Zimmer gleichwertig mit Talblick, zweckmässig, der
Küchenbereich mit Restaurants, getrennt vom Wohnbereich und durch die Krümmung des
Gebäudes eine grosszügige Öffnung der Zimmer zum Tal.
Eugen Bätzner brachte all seine Erfahrung mit in
das neue Projekt und beaufsichtigte jeden Schritt der Bauausführung.
Eröffnung 3 
1963 am 30.Mai, zu Pfingstem konnte der staunenden Fachwelt ein neues
Sommerberghotel gezeigt
werden.
Die günstige wirtschaftlich Entwicklung dieser
Jahre festigte dem Sommerberghotel eine führende
Position in der Hotelerie im Schwarzwald.
Die durchschnittliche, ganzjährige Belegung des Hauses lag in dieser Zeit bei über 90%.
1972 konnte das
Hotel- Hallenbad gebaut und den gestiegenen Erwartungen der Hotelgäste
entsprochen werden.
Die Personaletage des Hauses, wie früher in allen Hotels üblich, wurde abgeschafft. Das
Personal,
auch die Lehrlinge (AZUBIS) mussten sich selbst Quartier suchen. In den frei gewordenen
Räumen
wurden grosszügige "Hotelappartements" eingebaut.
3. Generation
1978 die
Hotelleitung liegt nun in den Händen von Eugen Bätzner jun. und seiner Ehefrau Beate
und somit in der 3. Generation der Hoteliers-Familie.
Eugen Bätzner jun. ist gelernter Hotelkaufmann und Mitglied im Chain des
rotisseur´s ,
auch ihn führte seine Ausbildung in ferne Länder: Schweiz, Frankreich, England, Holland
und Amerika.
1989 im Herbst
entging das Hotel einem erneuten Totalabbrand. Der Brandschaden auf der grossen
Terrasse und im Restaurant Jägerstüble war aber erheblich. Im Zuge der
Reparaturmassnahmen wurde
zusätzlich zum neuen Jägerstüble das Aussichtsrestaurant Bella Vista
gebaut.
1994 am 29.Januar verstarb Eugen Bätzner jun. bei einem Skiausflug in
Tignes (Frankreich).
Eugen Bätzner jun. wurde von einer Lawine verschüttet und verstarb im Krankenhaus von
Chambery.
Beate Bätzner, seine Ehefrau entschliesst sich das
Hotel trotz ungünstiger Aussichten weiter zu
betreiben um der Familientradition gerecht zu werden.
Die wirtschaftliche Lage in Kur- und Heilbädern wie Bad Wildbad ist denkbar ungünstig,
die Einschränkungen bei Heil- und Kurmitteln durch die Krankenkassen kommen hier sehr
stark
zum tragen.
Mangelnde Aktivitäten im Touristikbereich lassen den nördlichen Teil des Schwarzwaldes
mit
seinem Kur- und Bäderkreis Calw ins Abseits driften.
Es war nach einigen Schliessungen von traditionellen Hotels und Gasthöfen in unserer
Region
zu befürchten, dass auch grössere Hotelbetriebe ihre Pforten schliessen müssen.
1998 seit dem 25.Mai 1998 ist das Sommerberghotel geschlossen.
Es ist schwierig einen Nachfolger zum Betreiben dieses Hotelbetriebes zu finden.
*
Der Sommerberg ist wie ausgestorben, die Zeit hat ihn überholt.
Wer nicht versteht, dass der Sommerberg das SommerbergHotel, oder das SommerbergHotel
der Sommerberg ist, wird auch keine Lösung finden das "Desaster Sommerberg" zu
beheben.

CHRONIK DES HOTELS by FAMILIE BÄTZNER ROOTS-SOMMERBERGHOTEL ALBUM 1930 ALBUM 1972 ALBUM 1974
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